SPD Konzert: Auftaktveranstaltung

Veröffentlicht am 13.01.2018 in Ortsverein

Vor einundsiebzig Jahren vollendete Thomas Mann seinen wohl um­stritten­sten und meistinterpretierten Roman "Doktor Faustus". Manns kongeniales Alterswerk schildert das Lebensschicksal des hochbegabten, aber menschlich kalten Komponisten Adrian Leverkühn, der – gleich der mythischen Faust-Figur – einen  Pakt mit dem Teufel eingeht, um sich der Unvereinbarkeit von Kunst und Leben mit ungehemmter Produktivität und Gestaltungskraft widersetzen zu können. Leverkühns persönliche Tragödie setzt Thomas Mann in Beziehung zum Schicksal des deutschen Volkes, dem Bündnis des Bösen, das Deutschland nach 1933 eingegangen war – wobei offen bleibt, ob mit diesem Bösen direkt Adolf Hitler, der Nationalsozialismus oder jegliches menschen- und zivilisationsfeindliche Denken gemeint ist.

Wir müssen zunehmend feststellen, dass es Strömungen in unserem Land gibt, die sich von ähnlichen Tendenzen leiten lassen, daher lädt der Ortsverein zu einem Gesprächskonzert mit dem Komponisten Martin Schröder und dem Pianist Bernhard Bücker in die Aula des Gymnasiums Nümbrecht ein.

Während Schröder die Bedeutung Ludwig van Beethovens für die künstlerische Entwicklung der Romanfigur Adrian Leverkühn erläutert, wird Bücker begleitend und kommentierend die im Text erwähnten Klaviersonaten auf dem Flügel spielen.

Nach einer kleinen Einleitung besteht im Anschluss an die Aufführung die Möglichkeit bei einem kleinen Imbiss mit den Künstlern über die Aufführung und die Frage der Übertragbarkeit auf unsere heutige Zeit und die damit verbundenen Folgen zu sprechen.